Sie provozierten Unfälle, um hinterher als Retter schnell zu helfen. So schildert einer von zwei Männern die elf Taten vor dem Lüneburger Landgericht, bei denen sie Steine, eine Betonplatte und einen Baumstamm von Autobahnbrücken in mehreren Bundesländern geworfen haben sollen. Zum Prozessauftakt räumen beide Angeklagten die Taten teilweise ein.
«Ich werde mich der Verantwortung stellen, ich schäme mich zutiefst», sagte ein 23-Jähriger aus Itzehoe (Schleswig-Holstein). Er habe zusammen mit dem neun Jahre älteren Thüringer nach der gemeinsamen Arbeit Alkohol getrunken und auch Drogen konsumiert.
«Wir haben uns aufgeschaukelt», erklärt der Rettungssanitäter. Es sei ihnen vorrangig darum gegangen, bei Unfällen zu helfen. Das habe ihr Selbstwertgefühl gesteigert: «Ich habe mich dann wertvoll gefühlt». Erst in der Haft sei ihm klargeworden, wie gefährlich die Taten gewesen seien. Entschuldigen könne man die Fälle nicht. «Ich bin unendlich froh, dass keiner gestorben ist.» Er wisse, dass er für viele Jahre ins Gefängnis gehen werde.