Erst haben sie Betonplatten und Eisenstangen von Autobahnbrücken geworfen und sich dann als Retter aufgespielt. Es sei den zwei Männern um den großen Auftritt gegangen, begründete das Lüneburger Landgericht hohe Gefängnisstrafen für das befreundete Duo. Ein 23 Jahre alter Mann aus Itzehoe in Schleswig-Holstein muss wegen versuchten Mordes in sieben Fällen zwölf Jahre in Haft, ein 32-Jähriger aus Einhausen in Thüringen wegen sechs Fällen elf Jahre. Auch das Merkmal der Heimtücke sei erfüllt, urteilte das Schwurgericht.
«Sie wollten Straftaten begehen aus reiner Selbstdarstellung und Egoismus», sagte der Vorsitzende Richter Franz Kompisch in seiner fast einstündigen Begründung. Es wäre so etwas wie ein Hobby nach Dienstschluss gewesen, sie hätten einen richtigen Tatplan entwickelt: «Das war versuchter Mord mit gefährlichem Eingriff in den Strafenverkehr.» Die zwei hätten das Leben unbeteiligter Menschen aufs Spiel gesetzt und die Arglosigkeit der Menschen ausgenutzt.