Zehntausende offene Ermittlungsverfahren in Thüringen
Die Zahl unerledigter Ermittlungsverfahren hat in Thüringen einen Höchststand der vergangenen fünf Jahre erreicht. Zur Mitte des Jahres gab es in Thüringen rund 30.000 offene Verfahren, wie eine Recherche der Deutschen Richterzeitung bei den Landesjustizverwaltungen ergab. Ein Jahr zuvor waren es noch 27.971 offene Verfahren. Dabei sind sogar etwas weniger Verfahren eingegangen - nämlich 62.000 in den ersten beiden Quartalen, während es ein Jahr zuvor 66.377 waren. Über einen Fünfjahreszeitraum hinweg betrachtet ist aber ein Anstieg der Eingänge zu sehen sowie ein Anstieg der Zahl nicht erledigter Verfahren. Im Jahr 2021 gingen in Thüringen 121.299 Verfahren ein, 21.164 galten als unerledigt. Im Jahr 2024 gingen 139.449 Verfahren ein und 28.757 waren nicht erledigt. Bundesweit meldeten die Strafverfolger zur Jahresmitte 2026 erstmals mehr als 1,1 Millionen offene Fälle. «Die Rekordeingangszahlen und die immer höheren Aktenbestände der Staatsanwaltschaften müssen Anlass für die Landesregierungen sein, jetzt konsequent gegenzusteuern», so Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB). «Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals.» Der Eindruck einer «Strafverfolgung nach Kassenlage» dürfe sich nicht verfestigen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten