Erinnern an NS-Verbrechen und Warnung vor wiederkehrenden Idealen der Nazis: Mit der Vorstellung zweier Video-Arbeiten im von den Nazis gebauten früheren Gauforum und einer Tanz-Performance unter freiem Himmel hat das Kunstfest Weimar begonnen. Es ist die letzte Ausgabe unter der Führung von Rolf C. Hemke, der das Mehrsparten-Festival für zeitgenössische Kunst seit 2019 künstlerisch leitet. Es steht unter dem Motto «Mutig leben».
TikTok und neofaschistischer Körperkult
Im Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, das sich im Gauforum befindet, ist die Arbeit «Bereitschaft» von Jakob Ganslmeier und Ana Zibelnik zu sehen. Sie beziehen sich darin auf die Radikalisierung junger Menschen durch Social Media: Eine Bildschirm-Stele zeigt eine Collage aus unzähligen verfremdeten Videoclips der Plattform TikTok, in denen es um vermeintliche Ideale für Männerkörper geht, ähnlich wie sie im Nationalsozialismus propagiert wurden. Die Arbeit führe in eine rechte Bilder- und Gedankenwelt auf TikTok ein, sagte der Museumsleiter Daniel Logemann. Es sei ein «erschreckend unterhaltsames Kunstwerk» am Puls der Zeit, sagte Hemke.