79 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa rückt in Weimar ein neues Museum das Thema Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in den Fokus. Parallel dazu beginnt die umfangreiche Sonderausstellung «Bauhaus und Nationalsozialismus» der Klassik Stiftung Weimar. Das sei ein klares Statement dazu, welche Relevanz die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen für das Selbstverständnis der demokratischen Gesellschaft in Deutschland habe, sagte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, am Mittwoch in Weimar.
Die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz, sagte, sowohl das Museum als auch die Ausstellung sollten bei denen, die diese Orte besuchen, die demokratische Widerstandskraft stärken. Auch weil es in diesem Jahr in Thüringen sowohl Kommunal- als auch Landtags- und Europawahlen gibt, sei ein solcher Erkenntnisgewinn besonders wichtig.
Das Museum befasst sich in mehr als 60 dokumentarisch und fotografisch aufbereiteten Fallgeschichten mit Zwangsarbeit im Nationalsozialismus. Es setzt sich mit der Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern im von den Deutschen besetzten Europa auseinander und mit der Verschleppung von Millionen von Menschen ins Deutsche Reich. Träger des Museums im ehemaligen Gauforum ist die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.