Die Thüringer SPD sieht sich als Bollwerk gegen Rechtsextremismus und eine starke AfD. «Wir waren es immer und wir werden es immer sein: Die Vorkämpfer gegen den Faschismus», rief Thüringens SPD-Chef Georg Maier den 199 Delegierten bei einem SPD-Landesparteitag in Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis) zu. Er erntete dafür den lautesten Applaus seiner Rede. Die AfD, sagte er, sei eine völkisch-nationalistische Bewegung.
Hinter dem Kampf gegen Rechts können sich die Sozialdemokraten versammeln, doch es gibt auch Themen, bei denen die Meinungen auseinandergehen.
Thüringens Juso-Chefin Sophie Ringhand etwa sieht sozialdemokratische Überzeugungen in Gefahr. «Wir erleben ja nicht nur Angriffe der CDU auf unseren Sozialstaat - sei es bei der Ausgestaltung der Rente oder die Vorschläge im Hinblick auf die neue Grundsicherung», sagte sie am Rande des Parteitages. Das ungewöhnliche Regierungsbündnis aus CDU, BSW und SPD nannte sie in ihrer Rede eine «unliebsame Koalition».
Doch auch in der eigenen Partei würden Grundüberzeugungen infrage gestellt, sagte sie später am Rande der Veranstaltung. «Das sind zum Beispiel Pilotprojekte, wie sie in Nordhausen jetzt durchgeführt werden, wo man junge Arbeitslose mit dem Ordnungsamt zwingt, Arbeit aufzunehmen.»