Die geschäftsführende Finanzministerin Heike Taubert (SPD) muss Thüringens Finanzreserven komplett aufbrauchen, um einen ausgeglichenen Haushalt für 2025 vorlegen zu können. Voraussichtlich würden sowohl das Geld aus der Rücklage als auch die restlichen Gelder aus dem Corona- und Energiehilfefonds des Landes gebraucht, um die Ausgaben im kommenden Jahr finanzieren zu können, sagte ein Sprecher von Taubert auf dpa-Anfrage in Erfurt. Wegen der Tarifanhebungen im öffentlichen Dienst, aber auch vom Landtag beschlossene neue Gesetze werde das Haushaltsvolumen voraussichtlich um etwa 250 Millionen auf 13,75 Milliarden Euro steigen. In diesem Jahr hat der vom Landtag beschlossene Thüringer Etat ein Volumen von rund 13,5 Milliarden Euro.
Der CDU-Haushaltspolitiker Maik Kowalleck sagte, man erwarte mehr Anstrengungen der geschäftsführenden Landesregierung, «ein Milliardenloch im Jahr 2026 zu vermeiden». Ein Gegensteuern sei geboten. «In einer schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es jetzt die oberste Aufgabe, einen vernünftigen Haushalt ohne Defizit vorzulegen, um zukünftige Handlungsspielräume zu erhalten und echte Zukunftsinvestitionen zu ermöglichen.»