Das Nachbarland besuchen, die Sprache lernen, Verständnis aufbauen: Die Verbindungen von Menschen in Deutschland und Polen sollen auf Initiative mehrerer Bundesländer noch enger werden. So warb Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Freitag im Bundesrat unter anderem dafür, das deutsch-polnische Jugendwerk aufzuwerten, ähnlich dem deutsch-französischen Jugendwerk. Dieses habe viel zur Versöhnung mit Frankreich beigetragen – habe aber dreimal so viel Geld wie das deutsch-polnische Pendant, sagte die SPD-Politikerin. «Wir müssen mehr tun.»
Für eine Stärkung der Beziehungen zum östlichen Nachbarn brachten die ostdeutschen Bundesländer gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein einen Antrag in den Bundesrat ein. Dabei geht es nicht nur um das Jugendwerk, sondern zum Beispiel auch um mehr Geld für Sprachunterricht oder ein deutsch-polnisches Interrail-Ticket nach deutsch-französischem Vorbild. Auf politischer Ebene soll der deutsch-polnische Freundschaftsvertrag von 1991 modernisiert werden – ähnlich wie der deutsch-französische Élysée-Vertrag. Dem Weimarer Dreieck zur Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen soll neues Leben eingehaucht werden.