Thüringens Landesausgaben fallen in den kommenden Jahren um rund 300 Millionen Euro höher aus als von der Regierung geplant. Die Mehrausgaben von 140,5 Millionen Euro im Jahr 2026 und von 159,5 Millionen Euro im Jahr 2027 seien das Ergebnis der Verhandlungen in den vergangenen Wochen, sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Maik Kowalleck (CDU), im Landtag in Erfurt. Am Donnerstag soll der Haushalt beschlossen werden.
Jährlich Ausgaben von etwa 15 Milliarden Euro
Die Landesausgaben steigen durch die Korrekturen, die die Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD sowie die Linke vorgenommen haben, auf mehr als 14,8 Milliarden Euro im kommenden Jahr. 2027 sind mehr als 15,1 Milliarden Euro vorgesehen. Die Etats kann die Landesregierung nur mit neuen Schulden finanzieren – insgesamt sind es rund 1,4 Milliarden Euro, davon allein 867 Millionen Euro im nächsten Jahr. In der Generaldebatte zum Haushalt entspann sich ein Disput zwischen der Regierungskoalition und der Opposition.
AfD-Fraktionschef Björn Höcke warf der Regierungskoalition vor, Thüringen in den Schuldenstaat zu führen. Der Etat sei nur durch eine historische Neuverschuldung möglich. Mit der hohen Verschuldung werde das Budgetrecht des Landtags in der Zukunft ausgehebelt. Nach Ansicht von Höcke setzt die CDU-geführte Koalition die Haushaltspolitik der Vorgängerregierung von Bodo Ramelow (Linke) fort. «Dreierkoalitionen sind immer besonders teuer.»