Die Landesapothekerkammer befürchtet negative Folgen der Debatten über die Rückkehr syrischer Geflüchteter in ihr Heimatland für die Arzneimittelversorgung in Thüringen. «Wenn sich Kolleginnen und Kollegen für eine Rückkehr entscheiden, verdient das großen Respekt», teilte Kammergeschäftsführer Danny Neidel mit. «Gleichzeitig müssen wir uns bewusst machen, dass jede einzelne Rückkehr für unser Versorgungssystem eine spürbare menschliche und fachliche Lücke bedeutet.» Bereits jetzt stehe die Versorgungsstruktur im ländlichen Raum unter Druck.
Seit 2010 hätten 27 Orte ihre Apotheke verloren, häufig wegen fehlender Nachfolger. Andererseits hätten Pharmazeuten mit internationalem Hintergrund durch die Übernahme von Apotheken zur Stabilisierung der Versorgung beigetragen.
Neidel zufolge sind 57 derzeit in Thüringen lebende Apotheker in Syrien geboren, das entspreche rund drei Prozent der hiesigen Pharmazeuten. Bei zahlreichen bereits in Apotheken tätigen Pharmazeuten und pharmazeutisch-technischem Personal laufe das berufliche Anerkennungsverfahren.