Thüringens Kommunen haben jetzt eine gesetzliche Garantie, dass sie vom Windstrom von Anlagen in ihrem Umfeld finanziell profitieren. Ein Gesetzentwurf, den die rot-rot-grüne Minderheitskoalition vor einem Jahr vorgelegt und mehrfach geändert hat, wurde am Mittwoch im Landtag in Erfurt mit knapper Mehrheit von 37 zu 35 Stimmen beschlossen - trotz massiver Oppositionskritik.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) warb vor der Abstimmung für das Gesetz, das den Kommunen 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde garantiert. Obwohl die anwesenden Abgeordneten von CDU, AfD und FDP dem Windkraftbeteiligungsgesetz ihre Zustimmung verweigerten, reichte es für Rot-Rot-Grün - eigentlich fehlen der Koalition vier Stimmen für eine eigene Mehrheit.
Umweltminister Bernhard Stengele (Grüne) begrüßte die Entscheidung des Parlaments. Die Gemeinden gerade in ländlichen Regionen bekämen damit planbare Einnahmen, die sie für Investitionen in Kindergärten oder andere kommunale Projekte nutzen könnten, so der Minister. Die Grünen-Abgeordnete Laura Wahl sprach in der Debatte von kommunalen Einnahmemöglichkeiten von beispielsweise 200.000 Euro jährlich bei einem Windpark mit acht Anlagen.