Eine Studie zur politischen Kultur in Thüringen hat im Landtag eine kontroverse Debatte über die Bilanz der rot-rot-grünen Minderheitsregierung ausgelöst. «Sie werden die erste Regierung sein, die das Land in einem schlechteren Zustand übergibt, als sie es geerbt hat», rief Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt am Donnerstag in Richtung der Landesregierung. Er kritisierte mangelnde Digitalisierung, ein Mehr an Bürokratie und Versäumnisse in der Bildungspolitik. In Thüringen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt - nach Umfragen ist bislang völlig unklar, wie und mit welchen Partnern eine Regierung gebildet werden könnte.
Staatskanzleichef Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) hatte vor Voigts Rede in einer Regierungserklärung gesagt, dass sich der Freistaat trotz der demografischen Entwicklung gut entwickele. «Wir stehen als Thüringen gut da, wir brauchen den Vergleich mit anderen ostdeutschen Ländern nicht zu scheuen», sagte Hoff. In den vergangenen 30 Jahren habe man etwa eine halbe Million Einwohnerinnen und Einwohner verloren. Trotzdem sei die Zahl der Erwerbstätigen in den vergangenen zehn Jahren stabil bei rund einer Million geblieben.