Thüringens Umweltminister Tilo Kummer sieht den Freistaat wegen des Klimawandels vor erheblichen Herausforderungen. «Wir müssen massiv investieren, um die Menschen weiterhin mit Trinkwasser zu versorgen», sagte Kummer (Thüringen.Gerecht) im Landtag in Erfurt. Er berichtete vom Ergebnis eines Stresstests zur Wasserversorgung im Freistaat. «Rund 20 Prozent der Thüringer Wasserversorgung ist mittelfristig nicht mehr sicher.» Anlass für Kummers Rede war ein Antrag von CDU, Thüringen.Gerecht und SPD zur Klimaanpassungsstrategie des Landes. Kummer sagte, die von Wissenschaftlern lange Zeit vorausgesagte Zunahme von Extremereignissen im Zuge des Klimawandels sei «in erschreckender Art und Weise Realität geworden». Hitze, Dürre, Niedrigwasser, Stürme, Waldbrände und Starkregen verursachten erhebliche wirtschaftliche Schäden. Klimaanpassung sei kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits konkrete Verwaltungspraxis. «Wir wollen Thüringen nachhaltig krisenfest machen», sagte Kummer. Klimaanpassung müsse künftig in allen Ebenen mitgedacht werden – von der Landesebene bis hin zu den Städten und Gemeinden und Landkreisen. In der Klimaanpassungsstrategie sind den Angaben nach 76 Anpassungsmaßnahmen aufgeführt und 30 Daueraufgaben. Zu den Daueraufgaben gehören beispielsweise Hochwasserschutzkonzepte oder der Schutz von Biotopen. Marcus Orlamünder vom Naturschutzbund Nabu in Thüringen forderte Investitionen im Bereich Trinkwasserversorgung nicht nur für die Infrastruktur. Nachhaltiger sei es, Thüringens lebendigen Wasserspeicher, bestehend aus naturnahen Auen und Wäldern, sowie eine Ökologisierung der Landwirtschaft mit wasserschonenden Maßnahmen zu entwickeln. Ein erster Schritt wäre es aus Sicht von Orlamünder, wenn die Landesregierung einen Aktionsplan zur Belebung der Bach- und Flussauen auf den Weg bringen würde. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenKlimaanpassung als Aufgabe auf allen Ebenen