Thüringen will die Situation von pflegenden Angehörigen verbessern. Die Koalitionsfraktionen CDU, BSW und SPD plädierten im Landtag unter anderem für mehr Pflegestützpunkte sowie mehr Angebote für Kurzeit-, Tages- und Nachtpflege, um Angehörige zu entlasten. Zudem sollte eine Internetplattform mit allen wichtigen Informationen entstehen und mehr Beratungsstellen eingerichtet werden. Von den 180.000 pflegebedürftigen Menschen würden derzeit 140.000 von ihren Angehörigen versorgt, heißt es in dem Antrag.
Nach Angaben der SPD-Abgeordneten Cornelia Urban gibt es bei Pflegestützpunkten Nachholbedarf. Während andere Bundesländer Dutzende hätten, seien es im Freistaat nur vier. Sie erwies auf Prognosen, nach denen die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren auf 210.000 wachsen wird. Das entspreche etwa der Einwohnerzahl der Landeshauptstadt Erfurt. «Wir müssen schnell Entlastung schaffen.» Zudem gehe es um die finanzielle Absicherung pflegender Angehöriger, die oft ihre Berufstätigkeit einschränken müssen, sagte Urban.