Die Linke im Landtag möchte, dass Menschen mit Behinderung amtliche Schreiben automatisch in leichter Sprache zugesandt bekommen. Dafür will die Fraktion einen Gesetzesentwurf ins Parlament einbringen. Derzeit sei es nötig, dass Menschen mit Behinderung derlei Dokumente bei den Behörden einfordern, sagte die für Inklusion zuständige Sprecherin der Fraktion, Katja Maurer, in Erfurt. Das sei den Betroffenen aber nicht zuzumuten.
Idee: Längere Frist für Antworten
Außerdem sollten Menschen mit Behinderung automatisch eine Fristverlängerung erhalten, wenn sie in behördlichen Schreiben zu einer Antwort aufgefordert werden. Dass es derartige Regelungen bisher nicht gebe, sei ein Beispiel dafür, dass die UN-Behindertenrechtskonvention zwar seit mehr als 15 Jahren gelte, aber die Betroffenen in Thüringen von einer gleichberechtigten Teilhabe noch immer weit entfernt seien, so Maurer.
Nach Angaben Maurers plant ihre Fraktion, im September eine Novelle des Thüringer Inklusionsgesetzes im Landtag einzubringen. Damit sollten auch andere bestehende Regelungen so entwickelt werden, dass es zu einem Paradigmenwechsel im Umgang mit Behinderten kommt.