Thüringen wird die seit fünf Jahren bestehenden Verbände für den Hochwasser- und Gewässerschutz weiterhin komplett aus der Landeskasse finanzieren. Der jährliche Betrag von derzeit im Schnitt 17,5 Millionen Euro steige auf etwa 20 Millionen Euro, sagte Umweltminister Bernhard Stengele (Grüne) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt.
Zudem werde das Land den Kyffhäuserkreis bei der Beseitigung von Schäden durch das Weihnachtshochwasser unterstützen, habe das Kabinett beschlossen. Dabei könne es um einen einstelligen Millionenbetrag gehen; die Höhe hänge von der Bedarfsanmeldung des Kreises ab, sagte Stengele.
Besonderheit: Land finanziert Verbände komplett
Bei dem Hochwasser Ende 2023 und im Januar 2024 war ein Deich geöffnet worden, um das Wasser von Gebäuden abzulenken. Dadurch wurden größere landwirtschaftliche Flächen geflutet. Das Agieren bei diesem Hochwasser habe gezeigt, «wie gut das Thüringer System funktioniert», sagte der Minister.
Landesweit 20 Gewässerunterhaltungsverbände sind für die kleineren Flüsse und Bäche zuständig - diese machten mehr als 90 Prozent der Fließgewässer aus. Der Vorteil sei, dass der Gewässerschutz nicht wie früher bis zu den Kreisgrenzen gehe, sondern sich am Verlauf der Gewässer orientieren, so Stengele. In den Verbänden würden 180 Ingenieure, Flussmeister und Arbeiter beschäftigt.