Der Bundestagsvizepräsident und langjährige Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow zollt der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel «hohen Respekt» für ihre Entscheidung, die Grenzen angesichts tausender geflüchteter Menschen auf dem Weg nach Deutschland im September 2015 offenzuhalten. Die CDU-Politikerin habe ihre Entscheidung in einer historischen Situation fällen müssen, «unter Umständen, die dramatischer nicht sein können», erinnert der Linken-Politiker an den Herbst vor zehn Jahren als Tausende Geflüchtete in Ungarn auf der Autobahn Richtung Deutschland marschierten. «Und dass in der Phase die Kanzlerin Merkel die Entscheidung getroffen hat, wir öffnen die Grenzen, muss ich im Nachhinein immer noch meinen hohen Respekt zollen», so Ramelow.
Zugleich kritisierte der Linken-Politiker die AfD. Diese habe die Menschen, die damals Schutz suchten, zum Hauptfeindbild gemacht. «An der Grenze schießen zu lassen, wäre eine Variante gewesen, die sich Frau von Storch gewünscht hat, dass man auf Frauen und Kinder schießt.»