Thüringen mit den meisten rechtsextremen Konzerten
Die meisten offen angekündigten rechtsextremen Musikveranstaltungen hat es im ersten Halbjahr in Thüringen gegeben. Von den deutschlandweit bisher 79 Konzerten und Liederabenden dieser Art fanden allein 51 in Thüringen statt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Mandy Eißing und anderer Bundestagsabgeordneten der Linken hervor. Örtlicher Schwerpunkt dieser Liederabende ist eine kleine Gemeinde im Landkreis Hildburghausen. Dort betreibt ein bundesweit vor allem als Organisator von Szene-Konzerten bekannter Rechtsextremist einen Gasthof. Regelmäßig treten dort entsprechende Interpreten und Gruppen auf. 130 rechtsextremistische Musikveranstaltungen erfasste die Polizei insgesamt im ersten Halbjahr in ganz Deutschland. Dazu zählen auch Konzerte, die zwar konspirativ angekündigt und vorbereitet wurden, den Behörden aber trotzdem bekannt wurden. «Rechtsextreme Konzerte sind für die rechte Szene wichtige Werkzeuge zur Finanzierung, Vernetzung und Rekrutierung. Besonders problematisch ist, wenn sich dafür dauerhafte Strukturen und Immobilien etablieren können», sagte Eißing mit Blick auf die Zahlen. «Dass Thüringen hier bundesweit an der Spitze steht, zeigt, wie fest diese Strukturen verankert sind. Es reicht nicht, einzelne Konzerte zu verhindern. Wir müssen ihnen Räume, Infrastruktur und Nachwuchs entziehen», so die Forderung der Linken-Politikerin. Auch im vergangenen Jahr fanden die meisten der offen angekündigten Musikveranstaltungen der rechten Szene in Thüringen statt – mit mehr als 80 von deutschlandweit rund 200. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenThüringen lag auch vergangenes Jahr vorn