Thüringens Linke steht nach der Wahlschlappe bei der Landtagswahl vor einem Neustart als Oppositionspartei. «Wir können mehr als 13 Prozent», sagte die Landesvorsitzende Ulrike Grosse-Röthig auf einem Landesparteitag in Weimar. Die Linke in Thüringen sei eine lebendige, eine wachsende Partei, die vor allem für soziale Gerechtigkeit stehe.
In diesem Jahr seien bisher 345 neue Mitglieder aufgenommen worden, derzeit seien es rund 3.300. Die Parteichefin kündigte eine Analyse an, warum die Linke in Thüringen, die zehn Jahre mit Bodo Ramelow den Ministerpräsidenten stellte, bei der Landtagswahl so hohe Einbußen hatte. Ihr Co-Vorsitzender Christian Schaft sprach davon, das «Parteihaus zu sanieren».
Unterstützung, aber auch einzelne kritische Stimmen gab es auf dem Parteitag für die «Mission Silberlocke», mit der sich Noch-Ministerpräsident Ramelow bei der Bundestagswahl im Februar 2025 um ein Direktmandat für den Bundestag in einem Thüringer Wahlkreis bewerben will. Der 68-Jährige soll am 21. Dezember auch als Spitzenkandidat auf die Landesliste für die Bundestagswahl gewählt werden, sagte Grosse-Röthig am Rand des Parteitages. Er sei von der Parteispitze darum geben worden, so Ramelow, der bis zu einem möglichen Einzug in den Bundestag Landtagsabgeordneter bleiben will.