Unternehmen sollen leichter an öffentliche Aufträge kommen
Die Landesregierung will es vor allem auch kleineren Firmen leichter machen, an öffentliche Aufträge zu kommen. Die Verwaltungsvorschrift, die das Verfahren regele, werde geändert, kündigte Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) in Erfurt an. Nicht geändert werde das vieldiskutierte Thüringer Vergabegesetz, nach dem unter anderem nur Unternehmen öffentliche Aufträge erhalten, die Tariflöhne zahlen. Thüringen warte beim Vergabegesetz zunächst Bundesregelungen ab. Da sei kein Aktionismus gefragt, so die Ministerin. Zur Änderung der Vergaberichtlinie sagte Boos-John: «Wir machen Ernst mit dem Bürokratieabbau und verschlanken die Vergabeprozesse der öffentlichen Hand.» Erhöht würden die Grenzen für den Wert öffentlicher Aufträge, die nach einem vereinfachten Verfahren vergeben werden können. Eine schnellere und einfache Auftragsvergabe sei ein Beitrag dazu, die Wirtschaft in der derzeit schwierigen Konjunkturlage anzukurbeln. Laut Ministerium wurden von Land und Kommunen 2023 insgesamt 3.733 Bau-, Dienstleistungs- oder Lieferaufträge mit einem Gesamtwert von mehr als 1,1 Milliarden Euro an Unternehmen vergeben. Nach Schätzung des Wirtschaftsministeriums könnten drei Viertel dieser Aufträge künftig nach den geplanten einfacheren Regularien vergeben werden, ein Viertel davon ganz unbürokratisch als Direktauftrag. Zahlen zu öffentlichen Aufträgen für 2024 liegen derzeit noch nicht vor. In Thüringen besteht seit einigen Jahren eine sogenannte Vergabeplattform, auf der das Land sowie die Kommunen Aufträge für die Unternehmen sichtbar einstellen können. Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenTausende Aufträge von Land und Kommunen pro Jahr
Die vorgesehenen Regelungen im Einzelnen: