Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nutzte die Debatte über seinen ersten Haushaltsentwurf, um gegen die AfD auszuteilen. Er verwies auf sein Herzensanliegen jüdisches Leben in Deutschland, auf «Glanz und Gloria» der Berliner Museen und auf seine Pläne für die Deutsche Welle als «gewaltige Stimme der Freiheit in der Welt». Worüber Weimer in seiner Rede im Bundestag schwieg: Sein Vorstoß für eine Besteuerung großer amerikanischer Digitalkonzerne kam erst einmal nicht vor.
Angekündigt hatte ihn Weimer Ende Mai als konkretes Gesetzesvorhaben. Wie in Österreich sollten Milliardenerlöse der US-Internetgiganten in Deutschland mit einem «Plattform-Soli» belegt werden, und zwar mit einem Abgabesatz von 10 Prozent. Aber offenbar gibt es in der schwarz-roten Koalition Bedenken. Die Besteuerung der US-Konzerne könnte im Zollstreit mit den USA den Zorn von Präsident Donald Trump wecken - Kanada musste aus diesem Grund gerade bei einem Digitalsteuerprojekt zurückrudern.