Thüringer Landespolitiker und Kirchenvertreter haben die Verdienste des gestorbenen Papstes Franziskus gewürdigt. «Als erster Papst aus Lateinamerika war er ein Brückenbauer – zwischen Kontinenten, Konfessionen und Kulturen», sagte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). Er habe die Weltkirche geprägt wie kaum ein anderer. «Er war ein Hirte der Hoffnung.» Papst Franziskus starb im Alter von 88 Jahren. Der Argentinier stand seit 2013 an der Spitze der katholischen Kirche.
Zu Fuß, ohne Zeichen der Macht
Die Ratsvorsitze der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, nannte Franziskus einen «geistlich von Hoffnung tief durchdrungenen Papst, der sich zugleich auf berührende Gesten verstand, um auf das Elend in der Welt aufmerksam zu machen». Markant und früher als viele andere habe er die Welt über die Not der Geflüchteten auf Lampedusa alarmiert.
Die Regionalbischöfin und stellvertretende Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friederike Spengler, sagte, unvergesslich seien Franziskus' Zeichen der Demut. «Franziskus ging zu Fuß, verzichtete auf äußere Zeichen seiner Macht, setzte sich über Protokolle hinweg und überwand damit Schranken zwischen Rom und den Herzen von Millionen Christinnen und Christen», sagte sie. Er habe aktuelle Missstände angesprochen, aufgerüttelt und angeprangert. «Sein Einsatz für Flüchtlinge, seine Kritik am ‚höher, schneller, immer so weiter!‘ der Wirtschaftssysteme, sein Werben für einen Lebensstil des ‚Genug!‘ und des solidarischen Miteinanders haben wir gehört. Jetzt müssen daraus Taten folgen!», forderte sie.
Auch der Thüringer Linke-Landespartei- und Fraktionschef Christian Schaft erinnerte an Positionen von Papst Franziskus zum Thema Migration. Dazu schrieb er: «Als Erinnerung an alle, die ihn heute für seine Menschlichkeit sowie Haltung für die Schwächsten würdigen und ab morgen wieder fleißig an der Abschottung arbeiten ...»