In der Debatte über eine staatliche Förderung für die Zustellung von Zeitungen haben die ostdeutschen Regierungschefs Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, eine Klärung herbeizuführen. Der Kanzler habe mitgenommen, «dass da noch mal eine Zuständigkeitsklärung innerhalb der Bundesregierung erfolgt, damit wir auch weiter Ansprechpartner haben», sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag im Beisein von Scholz in Wittenberg. Dort war der Kanzler auf der Konferenz der Ost-Regierungschefs zu Gast.
Verlegerverbände fordern für die Zustellung von gedruckten Zeitungen und Zeitschriften bis in entlegene Dörfer seit Jahren staatliche Unterstützung. Die Medienhäuser beklagen unter anderem wegen Energiepreisen, Inflation und Mindestlohn höhere Kosten bei der Verteilung. Die Auflagen sind in den vergangenen Jahrzehnten zudem gesunken. Es gibt die Befürchtung, dass die Pressevielfalt vor allem in ländlichen Regionen zurückgehen und die Zeitung nicht mehr täglich im Briefkasten landen könnte.