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Wann kommt die Thüringen-App tatsächlich?

Über die Thüringen-App sollen zukünftig etwa Bauanträge oder Anträge auf Wohn- und Kindergeld digital eingereicht werden können. (Symbolbild) / Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
Über die Thüringen-App sollen zukünftig etwa Bauanträge oder Anträge auf Wohn- und Kindergeld digital eingereicht werden können. (Symbolbild) / Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Mit einer Thüringen-App will das Digitalministerium von Minister Steffen Schütz (BSW) die Digitalisierung im Land zügig beschleunigen. Doch es gibt Zweifel, wie schnell dieses Projekt umsetzbar ist.

Vertreter der Thüringer IT-Branche sind skeptisch, ob die Menschen im Land die angekündigte Thüringen-App wirklich ab Ende des Jahres nutzen können.

Zwar sei es technisch machbar, eine solche App in kurzer Zeit zu entwickeln und auf dem Markt zu bringen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Branchenvereins ITnet Thüringen, Heiko Kahl. Doch ehe mit der inhaltlichen Arbeit an einer solchen App begonnen werden könne, gebe es noch formale Hürden zu überwinden. «Wenn da noch keine Ausschreibung erfolgt ist, ist es sehr unrealistisch, dass da in zwölf Monaten was passiert», sagte Kahl.

Ministerium arbeitet «intensiv» an der Anwendung

Bislang hat es nach Angaben eines Sprechers des Digitalministeriums noch keine Ausschreibungen zur Thüringen-App gegeben. Dazu, was genau diese App zu welchem Zeitpunkt nach den Vorstellungen des Ministeriums können soll, machte er keine Angaben. 

Das Haus arbeite gerade «intensiv an der strukturellen Vorbereitung zur Entwicklung der App». Deshalb könnten noch keine technischen Details veröffentlicht werden, so der Sprecher.

Ende 2025 hatte Digitalstaatssekretärin Milen Starke angekündigt, dass die App auch wie eine Art digitale Behörde funktionieren und darüber etwa Bauanträge gestellt werden können sollen. Das soll bis Ende 2026 umgesetzt werden, so Starke.

Keine Bitte um Beratung

Kahl sagte, nach seiner Kenntnis habe das Ministerium mit Vertretern seines Branchenverbandes noch keinen Kontakt aufgenommen, um sich dazu beraten zu lassen, wie eine solche Ausschreibung am besten aussehen müsse, um eine schnelle Umsetzung des Projektes zu gewährleisten. Dabei sei ITnet genau für solche Fragen ein wichtiger Ansprechpartner.

Zudem forderte Kahl, Thüringer IT-Unternehmen bei der Auftragsvergabe zur Entwicklung der Thüringen-App besonders zu berücksichtigen. Immerhin ist das nach Angaben des Sprechers des Digitalministeriums auch im Sinne der Landesregierung: Die Hoffnung sei, dass sich auch Thüringer Firmen an kommenden Vergaben beteiligen und ihre regionale Expertise in die Entwicklung einbringen könnten, so der Sprecher. 

Kritik an Familien-App

An der schon existierenden Thüringer Familien-App des Landes äußerte Kahl gleichzeitig deutliche Kritik. «Es ist eine bessere Google-Suche geworden, das war ja nicht der Plan», sagte er. Dafür sei unverhältnismäßig viel Steuergeld ausgegeben worden. «Das Geschäft hätte ich auch gerne gemacht.»

Mit der Familien-App möchte Thüringen Informationen für Familien gebündelt an einem digitalen Ort bereitstellen, die ihnen das Leben vor Ort leichter machen sollen. Dort finden sich etwa Informationen über Angebote von Eltern-Kind-Gruppen oder Hinweise auf Kulturveranstaltungen. Die App steht seit dem 1. Mai in allen etablierten App-Stores zum Download bereit.

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