Wie lange Menschen in Thüringen auf eine Einbürgerung warten, unterscheidet sich je nach Wohnort teils erheblich. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter Landkreisen und kreisfreien Städten. Im Landkreis Sonneberg etwa beträgt die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von der Antragstellung bis zur Einbürgerung nach eigenen Angaben 10 bis 15 Monate. In Suhl ist es ein Jahr, in Weimar und im Eichsfeld liegt der Schnitt bei 18 Monaten. In Gera, Greiz und im Altenburger Land vergehen rund anderthalb bis zwei Jahre. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Das Landratsamt des Weimarer Lands teilte mit, dass das Verfahren innerhalb von drei Monaten abgeschlossen oder sich etwa aufgrund fehlender Unterlagen auch über mehrere Jahre ziehen könne. Zu Verzögerungen kommt es laut Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt unter anderem durch Sicherheitsanfragen bei Behörden oder das Prüfen von Dokumenten wie Sprachzertifikaten. Von der Stadt Erfurt heißt es, dass die Wartezeiten je nach Einzelfall variieren - aufgrund der hohen Antragszahlen dauere es aber mindestens mehrere Monate. «Bundesweit, so auch in Erfurt, haben die Einbürgerungsbehörden mit großen Antragsrückständen, hohen Antragszahlen und somit sehr langen Warte- und Bearbeitungszeiten zu kämpfen», hieß es aus der Landeshauptstadt. Sowohl für die Antragsteller als auch für die Behörde sei die derzeitige Situation unbefriedigend. In Thüringen wurden nach Angaben des Landesamts für Statistik im vergangenen Jahr 3.683 Menschen eingebürgert - das war ein Höchstwert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000. Die Steigerung im Vergleich zu 2024 betrug 39 Prozent. Anträge auf Einbürgerung wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 5.107 Mal gestellt. Da die Verfahren auch jahresübergreifend sowie über mehrere Jahre stattfinden können, lassen sich die Zahlen mit den tatsächlichen Einbürgerungen in den jeweiligen Jahren jedoch nicht vergleichen. Für eine Einbürgerung müssen unter anderem ausreichende Deutschkenntnisse nachgewiesen und der sogenannte Einbürgerungstest gemacht werden. 2024 wurde das Staatsangehörigkeitsrecht reformiert. Seitdem kann der Antrag auf Einbürgerung bereits nach fünf statt wie zuvor acht Jahren Aufenthalt in Deutschland gestellt werden. Zudem ist es seitdem leichter, mehrere Staatsbürgerschaften zu besitzen. «Dies hat zu einem weiteren Anstieg der Einbürgerungsanträge geführt», teilte der Wartburgkreis mit. Auch wenn dort die Antragszahlen zuletzt leicht gesunken seien, so seien sie doch nach wie vor auf einem deutlich höheren Niveau als noch vor einigen Jahren. In Erfurt gibt es derzeit den Angaben zufolge 1.960 unbearbeitete Anträge - rund 600 Anträge sind parallel in Bearbeitung. In Jena sind es laut Stadtverwaltung aktuell rund 1.300 unbearbeitete Anträge, in Gera knapp 500. Aber nicht nur in kreisfreien Städten gibt es offene Vorgänge: Im Altenburger Land etwa müssen noch rund 400 Anträge bearbeitet werden, im Weimarer Land rund 250 und im Saale-Holzland-Kreis rund 200. Wenn der Einbürgerungsantrag positiv entschieden wurde, dauert es in der Regel nur noch wenige Wochen, bis die Einbürgerungsurkunde dann zugestellt wird. In Jena, Erfurt, Suhl oder dem Saale-Holzland-Kreis etwa dauert das weniger als einen Monat. In manchen Regionen werden die Einbürgerungsurkunden auch etwa alle zwei oder drei Monate bei einer Veranstaltung feierlich überreicht, etwa im Eichsfeld oder im Kreis Saalfeld-Rudolstadt. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenRekordzahl bei Einbürgerungen
Unbearbeitete Anträge
Wie lang bis zur Einbürgerung?