Frauen in Thüringen sind im Alter nach wie vor häufiger armutsgefährdet als Männer. Knapp zwei Drittel aller Frauen im Freistaat erhielten im vergangenen Jahr nach 40 Versicherungsjahren weniger als 1.446 Euro Rente, wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sarah Vollath und Mandy Eißing hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bei den Männern waren es hingegen 43,8 Prozent.
Als armutsgefährdet gelten in Deutschland Menschen, deren Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens liegt. Für Alleinlebende lag diese Schwelle bundesweit bei 1.445 Euro netto im Monat. Aus den Daten des Arbeitsministeriums geht jedoch nicht hervor, wie viele der Rentnerinnen und Rentner tatsächlich allein lebten oder ob sie sonstige Vermögen besaßen.
Ab 45 Versicherungsjahren erhielten den Angaben nach rund 57 Prozent der Frauen eine Rente von weniger als 1.446 Euro, bei den Männern waren es knapp 40 Prozent. Laut Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik lag die Armutsgefährdungsquote der Menschen im Alter von 65 und älter in Thüringen im vergangenen Jahr bei 18,7 Prozent. Hierbei wird jedoch nicht nach Geschlecht unterschieden.