In der Diskussion um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren kommt aus Sicht von Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk zu kurz, dass viele Menschen diese Schwelle nicht erreichen. «Aber es gibt eben auch noch die anderen, die 35 Jahre gearbeitet haben und die nie in die Nähe von 45 Jahren kommen», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Diese Gruppe sei in der aktuellen Debatte zu wenig beachtet.
Ein Vorschlag der Rentenkommission sieht ein Ende des abschlagsfreien Renteneintritts für langjährig Versicherte ab 45 Versicherungsjahren vor. Das Modell ist als «Rente mit 63» bekannt, inzwischen gilt aber, dass ein Ausstieg aus dem Beruf nach 45 Beitragsjahren mit 64,5 Jahren möglich ist.
An der geplanten Abschaffung gab es bereits viel Kritik. Unter anderem hatte sich Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) zusammen mit seinen Amtskollegen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt offen gegen diesen Baustein der geplanten Rentenreform gestellt. Der Unionsfraktionschef im Bundestag, Thorsten Frei, sieht dagegen keinen Spielraum für eine Abkehr von dem Reformvorhaben.