DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig misst dem Trainingsaufenthalt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Thüringen auch eine politische Bedeutung kurz vor der Europawahl bei. Die Entscheidung des Verbandes, ganz bewusst vor der Heim-EM ein Vorbereitungscamp im Osten Deutschlands abzuhalten, finde er «großartig», sagte der 61-Jährige der «Frankfurter Rundschau» (Montag). «Weil wir nicht wollen, dass das Gefühl vieler Menschen in Ostdeutschland, abgehängt worden zu sein, noch verstärkt wird.»
«Es gibt Gründe, weshalb wir einen Rechtsdrall in unserem Land haben. Wir wollen uns nicht überhöhen, aber dass die Fußball-Nationalmannschaft sich im Osten auf dieses große Turnier vorbereitet, ist eine wunderbare Symbolik, die wirken soll: "Ihr seid auch dabei!" Auch mit Blick auf die Europawahl am 9. Juni. Mir ist diese Botschaft wichtig: "Geht nicht jeder rechten Parole auf den Leim!"», sagte der Geschäftsführer. Er erhoffe sich, «dass ein Wir-Gefühl entsteht in diesen düsteren Zeiten, die wir leider gerade erleben».