Pure Erleichterung bei Dynamo Dresden
Die Erleichterung bei allen, die es mit Dynamo Dresden halten, war greifbar. In den Katakomben des Rudolf-Harbig-Stadions sah man die Spieler breit grinsen und sich noch einmal abklatschen, Aufsichtsratschef Jens Heinig und Oberbürgermeister Dirk Hilbert gingen demonstrativ durch den Kabinengang an den Medienleuten vorbei aus dem Stadion. Der 2:1-Sieg gegen 1860 München war nach der turbulenten Woche mit der Beurlaubung von Sportchef Ralf Becker sowie der anhaltenden sportlichen Krise wie ein Befreiungsschlag. «Es ist ja einiges passiert. Die Jungs müssen jetzt einen freien Kopf bekommen», sagte Trainer Markus Anfang, der zugleich hofft, dass der Knoten geplatzt ist.
Zumindest zeigte Dynamo, dass man im eigenen Stadion richtig guten Fußball spielen kann. Und da die nächste Begegnung gegen den Aufstiegsaspiranten SSV Ulm erneut ein Heimspiel ist, muss sich niemand Gedanken machen, wie man die Kluft zwischen Heim- und Auswärtsauftritten überwinden kann. Allerdings warnten alle Protagonisten davor, den Erfolg gegen ganz stark auftretende Löwen überzubewerten. «Wir haben nicht die Champions League gewonnen», sagte Siegtorschütze Lucas Cueto. Für Kapitän und 1:0-Torschützen Stefan Kutschke war vielmehr wichtig, dass die Mannschaft nach den teils beängstigenden Auftritten in Aue und Halle und der massiven Kritik der Öffentlichkeit wieder als Einheit auftrat. «Die Art und Weise, wie das Spiel auch hinten heraus gewonnen wurde, zeigt, dass der Kern der Mannschaft sauber ist», sagte Kutschke und fügte hinzu: «Vor der Reaktion der Mannschaft ziehe ich meinen Hut.»