Die bittere Nachricht vom feststehenden Abstieg ereilte die Spieler des Halleschen FC im Bus auf der Heimfahrt aus Bielefeld. Nach der Nullnummer auf der Alm war die Hoffnung auf den Klassenverbleib ohnehin auf ein Minimum gesunken. Am Morgen danach versuchten Präsident Jürgen Fox und der neue Sportdirektor Daniel Meyer, die Schockstarre im Verein wenigstens etwas zu lösen. Der Vorstand veröffentlichte einen Offenen Brief. Wie geht es nach zwölfjähriger Zugehörigkeit zu Liga drei nun weiter?
Saison zum Vergessen
Zeit, sich mit dem Abstieg und dem Danach zu befassen, hatte man in Halle schon länger. Zwar schaffte es der ehemalige Trainer Sreto Ristic immer wieder, die Mannschaft in die Nähe der Nichtabstiegsplätze zu führen, doch es wurde klar, dass die Qualität im Team nicht reichte. Vor allem die Abwehr war nicht drittligatauglich, wie 67 Gegentore in 37 Partien zeigen. Die Wechsel der sportlichen Führung - Stefan Reisinger übernahm von Ristic, Sportdirektor Thomas Sobotzik musste für Meyer Platz machen - kam wohl zu spät. Für starke Leistungen belohnte sich die Mannschaft wie schon zuvor nicht mit Siegen. «Wir sind nicht heute abgestiegen», sagte deshalb auch HFC-Trainer Reisinger nach dem 0:0 in Bielefeld.
Allgemeine Ratlosigkeit
Welche Spieler mit dem Club in die Viertklassigkeit gehen und ob Trainer Reisinger bleibt - das konnte am Sonntag noch nicht beantwortet werden. Im Idealfall hat der HFC noch drei Spiele zu bestreiten. Am Dienstag (19.30 Uhr) kommt es im Landespokal-Halbfinale zum Stadtderby gegen den VfL Halle, am Samstag (13.30 Uhr/MagentaSport) verabschieden sich die Hallenser mit der Heimpartie gegen Borussia Dortmund II aus der 3. Liga, ehe am 24. Mai (11.45 Uhr/ARD) das Finale im Landespokal käme. Bei einem Erfolg am Dienstag wäre Germania Halberstadt der Gegner.