Francesco Friedrich wird seine Karriere im Bobsport bis zu den Olympischen Winterspielen 2030 fortsetzen. Der 36 Jahre alte Pirnaer, der sich bei Olympia in Cortina d'Ampezzo mit zweimal Silber hinter Johannes Lochner zufriedengeben musste, peilt nun seine fünfte Olympia-Teilnahme an. Der erste Härtetest seines neu formierten Teams ist schon die WM im Februar 2027 im norwegischen Lillehammer.
«Der Bobsport ist nach wie vor meine Leidenschaft. Warum soll ich das aufgeben, wenn ich das noch gut kann, wenn es mir noch Spaß macht dieses Tüfteln, den ganzen Sommer mit dem Team zu trainieren, die Saison vorzubereiten und dann gemeinsam die Saison zu bestreiten auf diesem Niveau», sagte Friedrich, der mit viermal Gold und den zwei Silbermedaillen der erfolgreichste Bobpilot der Welt ist.
Nur sein Ex-Anschieber Thorsten Margis hat eine Goldmedaille mehr, er gewann sie im Vierer von Lochner. Diese eine Medaille als Ziel hat Friedrich noch. Und der Rekordweltmeister möchte die Schallmauer von 100 Weltcupsiegen schaffen. Aktuell steht er bei 89 im Zweier- und Viererbob.
Topteam steht auch dank Lochners Anschieber Fleischhauer
Die Aussichten auf Erfolg stehen gut. Sein Dauerrivale Lochner ist zurückgetreten. Dessen bester Anschieber Georg Fleischhauer ist nach zweimal Gold in Cortina nun im Friedrich-Team. Ob sein ehemaliger Top-Anschieber Simon Wulff nach dem Ende seiner Dopingsperre zurückkommt, ließ Friedrich offen. Ab dem 7. Juli könnte Wulff wieder mit der Mannschaft trainieren, ab dem 7. September wieder Wettkämpfe bestreiten.
Nicht mehr dabei ist Anschieber Alexander Schüller, der zum Thüringer Piloten Hans-Peter Hannighofer wechselte. Matthias Sommer und Felix Straub bleiben dem Pirnaer Friedrich erhalten. Zudem kommt Rupert Schenk aus dem Team Ammour zum Rekordweltmeister.
Ein Kreis soll sich schließen
Die Zeichen für weitere Erfolge stehen gut. Nach der WM 2027 in Lillehammer, wo 1994 schon Friedrichs Heimtrainer Gerd Leopold den Sachsen Harald Czudaj zum Olympiasieg im Vierer verhalf, geht es zur WM nach St. Moritz. Da würde sich praktisch nach 15 Jahren ein Kreis schließen: 2013 ging im Schweizer Engadin der Stern von Friedrich auf. Damals holte er mit Jannis Bäcker seinen ersten WM-Titel im Zweierbob - als jüngster Weltmeister der Bob-Geschichte. Leopold sprach damals schon von einem «Jahrhunderttalent».
Die Winterspiele auf der französischen Bahn in La Plagne kommen ihm entgegen. Denn die Deutschen waren zum Testen nach der Saison dort oft zu Gast. In Frankreich traut sich der Routinier auch zu, mit einer Topcrew die Angriffe der jüngeren Konkurrenz abzuwehren. Auch für Leopold würde sich dort ein Kreis schließen.
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