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Polizeigewerkschaft macht Clubs und Sicherheitsdienste für Krawalle im Dresdner Stadion verantwortlich

Die Polizeigewerkschaft sieht die Gewährleistung der Sicherheit im Stadion in erster Line bei den Vereinen. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Die Polizeigewerkschaft sieht die Gewährleistung der Sicherheit im Stadion in erster Line bei den Vereinen. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Polizeigewerkschaft kritisiert Clubs und Sicherheitsdienste nach Krawallen im Dresdner Harbig-Stadion; Polizei bildet Ermittlungsgruppe 'Fahne'.

Die Polizeigewerkschaft nimmt nach den Fußball-Krawallen im Dresdner Harbig-Stadion vor allem die Clubs und deren Sicherheitsdienste in die Pflicht. «Es ist eigentlich ein Skandal, dass der Sicherheitsdienst, der durch die Vereine eingesetzt wird, in den Stadien nicht dafür sorgt, dass so etwas nicht passiert. Das ist das, was ich immer sage: Wenn ein Verein nicht in der Lage ist, für Sicherheit im eigenen Stadion zu sorgen, dann dürfen solche Spiele auch nicht mehr vor Publikum ausgetragen werden. Ich spreche da ganz konkret von Geisterspielen», sagte Heiko Teggatz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft (DPolG), in einem Interview mit dem TV-Sender RTL/ntv. 

Kann nicht sein, dass Steuerzahler für Chaoten zahlt

Zum Thema Polizeikosten bei rund 750 eingesetzten Beamten beim Zweitliga-Topspiel am Karsamstag zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC meinte Teggatz: «Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler für die Fußballchaoten zahlen muss. Bei jeder anderen privaten Veranstaltung – wie beispielsweise beim Eishockey, beim Handball oder beim Schützenfest – werden Sie nicht erleben, dass ein Polizeieinsatz in dieser Größenordnung durch den Steuerzahler finanziert wird», sagte er und fügte an: «Im Gegenteil: Da müssen die Veranstalter selbst dafür sorgen.» 

Laut Teggatz ist Fußball «eine private Veranstaltung, und diejenigen, die diese durchführen, verdienen damit Millionen, um nicht zu sagen Milliarden. Der Steuerzahler stellt sozusagen den Polizeieinsatz zur Verfügung». Denn die Polizei müsse für die Sicherheit sorgen, «nämlich für die Sicherheit, die die Vereine ihren Zuschauern selbst nicht gewährleisten können». 

Ermittlungsgruppe «Fahne» 

Nach den Gewaltexzessen in Dresden, wo Pyrotechnik abgebrannt wurde, Anhänger beider Mannschaften über Absperrzäune kletterten und sich im Innenraum gegenseitig mit Feuerwerkskörpern beschossen, hat die Polizei inzwischen eine Ermittlungsgruppe mit dem Namen «Fahne» gebildet. Die Aufgabe bestehe darin, die Abläufe der Ausschreitungen zu erhellen und die Tatverdächtigen für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig. 

Weiter stehen im Fokus der Ermittlungen: schwerer Landfriedensbruch, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen sowie Beleidigungen. Dafür wird umfangreiches Videomaterial mit «mehr als 330 Gigabyte Material» ausgewertet.

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