Kummer: Thüringen unabhängiger von Rohstoffimporten machen
Thüringen will sich mit einer eigenen Rohstoff-Strategie unabhängiger von Importen machen und Ressourcen schonen. Es gehe um eine nachhaltige Rohstoffgewinnung, mehr Recycling und den Ersatz bestimmter Rohstoffe wie Gips, deren Abbaumöglichkeiten begrenzt seien, teilte das Umweltministerium anlässlich der Thüringer Nachhaltigkeitsforums in Neudietendorf bei Erfurt mit. Die Rohstoff-Strategie, bei der es angesichts internationaler Krisen auch um Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft gehe, solle 2027 vorliegen. Thüringen gilt als relativ reich an mineralischen Rohstoffen, insbesondere an Steinen und Erden, Salzen und Industriemineralien. Abgebaut werden in größerem Stil vor allem Kies, Kali- und Steinsalz sowie Gips. Der Gipsabbau im Harzvorland bei Nordhausen steht seit Jahren in der Kritik vor allem von Umwelt- und Naturschutzverbänden. «Ressourcenbewusste, effiziente und CO2-freie Technologien sichern langfristige Wettbewerbsfähigkeit», sagte Umweltminister Tilo Kummer (Thüringen.Gerecht). Das sei die Voraussetzung, dass Unternehmen investieren und Wachstum schaffen könnten. Die Landesregierung wolle dafür die Bedingungen verbessern - auch mit einem neuen Energiegesetz, das in Arbeit sei. Als weiteres Ziel nannte das Ministerium den Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Kleine und mittlere Betriebe würden bei Projekten mit staatlichen Investitionshilfen unterstützt. Aus einem Förderprogramm des Landes würden noch bis zum Jahr 2029 Mittel zur Verfügung stehen, beispielsweise für Projekte, mit denen Abfall verringert, Materialien wiederverwendet oder Brauchwasser aufbereitet werden können. Bis zu 60 Prozent der Investitionen könnten über die Förderung finanziert werden. Beim Nachhaltigkeitsforum geht es unter anderem um den zukunftsfähigen Ausbau von kommunalen Gewerbegebieten und den Einsatz erneuerbarer Energien. Zudem werden Beispiele für die Zusammenarbeit von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen vorgestellt - wie beim Thüringer Wasser-Innovationscluster. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenAbfall verringern, Material recyceln