Mehr als eine halbe Million Euro haben Jäger in Thüringen zuletzt für die vorbeugende Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erhalten. Insgesamt seien für das vergangenen Jagdjahr 2025/26 rund 1.300 Anträge mindestens teilweise bewilligt und Aufwandspauschalen im Gesamtwert von gut 584.000 Euro ausgezahlt worden. Das geht aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Landtagsabgeordnete Nadine Hoffmann hervor. Die Pauschale ist eine Art Abschussprämie für Jäger, die laut Ministerium als Ausgleich für den entstandenen Aufwand und als Anreiz für die Bejagung von Wildschweinen gezahlt wird. Wildschweine können das ansteckende Virus in sich tragen und weiterverbreiten. Für betroffene Tiere verläuft die Infektion fast immer tödlich. Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Die Förderrichtlinie hinter der Pauschale soll auch fortgeführt werden, wenn die aktuelle Richtlinie Ende des Monats ausläuft, so das Ministerium. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts zur Bekämpfung von Tierseuchen sind in Thüringen zwar bislang keine Fälle der Afrikanischen Schweinepest bekanntgeworden. Wohl aber in anderen Bundesländern, darunter auch Nachbarländer von Thüringen wie Hessen und Sachsen. Keine der aktuelleren bekannten Infektionsfälle befinden sich einer Übersicht des Instituts zufolge jedoch an der Landesgrenze zu Thüringen. Da das Virus auch Hausschweine befällt, gilt die Seuche als Gefahr für die Landwirtschaft. Der Erreger wird vor allem durch direkten Kontakt zwischen infizierten und gesunden Tieren übertragen, kann aber auch indirekt über verschmutzte Gegenstände wie Werkzeuge, Autos, Schuhe, Lebensmittel oder über kontaminiertes Futter von einem Tier aufs nächste übergehen. Für landwirtschaftliche Betriebe ist die anzeigepflichtige Seuche eine Bedrohung, da sie etwa zum Verlust ganzer Schweinebestände führen kann. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenNachbarländer betroffen