Mit schwerem Gerät soll die Gewässerqualität am Bergsee Ratscher bei Schleusingen gesichert werden: In den kommenden Tagen sind dafür etwa etliche Großpumpen und Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz, wie Johannes Krey vom THW-Ortsverband Apolda und Anne Barthel, Sprecherin der Thüringer Fernwasserversorgung, sagten. Der im Landkreis Hildburghausen gelegene Bergsee Ratscher wird touristisch genutzt. Bei dem Gewässer handelt es sich aber eigentlich um ein Hochwasserrückhaltebecken. Aktuell befinden sich etwa vier Millionen Kubikmeter Wasser in dem Stausee, wie Barthel erklärte. Damit im Winter Platz genug ist, um Schmelz- und Regenwasser aufzunehmen und so die umliegende Gegend vor Überschwemmungen zu schützen, werde das Niveau jährlich herabgesenkt. Danach seien noch etwa 400.000 Kubikmeter Wasser enthalten. Damit aktuelle Bauarbeiten am Damm zum Herbst abgeschlossen werden können, müsse das Wasser in diesem Jahr einen Monat früher als sonst abgelassen werden, so Barthel. Dazu kommt eine Begebenheit, die den Einsatz des THW erfordere: «Dieses Jahr ist wirklich eine Besonderheit: Wir hatten lange sehr hohe Temperaturen und wenig Zuflüsse in den Sommermonaten», fasste Barthel zusammen. Mit Starkregen sei zudem «biologische Fracht» etwa aus Überläufen von Kläranlagen in das Gewässer eingebracht worden. «Das führte etwa dazu, dass die unteren Wasserschichten wenig bis gar keinen Sauerstoff haben.» Wenn nun also dieses sauerstoffarme Wasser am Grund zuerst abfließt, werde mit den Pumpen sauerstoffreiches Wasser von der Oberfläche zum Ausgleich hinzugegeben. Laut THW-Sprecher Krey könnte das Gewässer ohne den Einsatz möglicherweise umkippen, Fische und andere Lebewesen könnten sterben, oder Schaden nehmen. Mit regelmäßigen Wasserproben soll kontrolliert werden, ob die Durchmischung den gewünschten Erfolg bringt, das Abstauen so umweltverträglich wie möglichst zu gestalten. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenProblem: Kaum Sauerstoff im Wasser am Grund des Sees