Thüringen: Keine Auszubildenden für Schäfer – Verband warnt vor Nachwuchsmangel
Die Nachwuchssorgen bei den Thüringer Schäfern halten an: In diesem Jahr gibt es nach Angaben von Uwe Erl vom Landesverband Thüringer Schafzüchter bisher keine Auszubildenden für den Schäferberuf. Es sei nicht auszuschließen, dass in den kommenden Wochen noch Verträge unterschrieben würden, doch das Ausbildungsjahr habe mit dem ersten August bereits begonnen, sagte Erl am Rande des Schäfertags in Hohenfelden. «Dieses Jahr haben drei Lehrlinge ausgelernt und auch ihr Facharbeiterzeugnis bekommen. Das ist viel zu wenig für das, was jetzt in den Betrieben gebraucht wird», sagte Erl. Viele Schäfer in Thüringen seien bereits über 60 Jahre alt. Der Schäferberuf steht seit Jahren unter Druck. Erl forderte eine gezielte Förderung der Schafhaltung. Das Verkaufen von Lämmern und Altschafen macht laut Erl 30 bis 35 Prozent des Einkommens eines Schäfers aus. Wolle spiele für Erlöse keine Rolle und sei eher ein Minus-Geschäft. «Die anderen 70 oder 65 Prozent sind Zahlungen aus öffentlichen Geldern.» Die Beihilfesätze für die Pflege von Flächen müssten erhöht werden, damit sich das Einkommen der Schäfer verbessert und langfristig Schafbestände aufgebaut und stabil gehalten werden, so Erl. «Es hängt alles an den Erlösen und an der Lohnsituation.» Bei der Landesmeisterschaft der Schäfer errang Herbert Kind aus Königsee (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) beim Schäfertag in Hohenfelden den ersten Platz, gefolgt von Mario Scheffel aus Artern (Kyffhäuserkreis) auf Platz zwei und Burkhard Sautscheck aus Bad Langensalza (Unstrut-Hainich-Kreis) auf Platz drei. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenViele Schäfer kommen ins Rentenalter
Herbert Kind gewinnt Landesmeisterschaft