Schafe pflegen Deiche, verringern Verbuschung und helfen damit auch beim Artenschutz. Doch Thüringer Schäfer leiden unter Nachwuchsproblemen. In diesem Jahr gibt es bisher keine Auszubildenden für den Schäferberuf, wie Uwe Erl vom Landesverband Thüringer Schafzüchter am Rande des Schäfertags in Hohenfelden sagte. Es sei nicht auszuschließen, dass in den kommenden Wochen noch Verträge unterschrieben würden, doch das Ausbildungsjahr habe mit dem ersten August bereits begonnen.
Es gibt aber noch andere Ansätze, die Einkommen der Schäfer zu verbessern. Geschorene Wolle, die verarbeitet werden soll, muss derzeit auf langen Wegen ins Ausland zum Waschen gebracht werden. Denn laut Erl gibt es in Deutschland keine größere Wollwaschanlage. Im Thüringer Koalitionsvertrag von CDU, BSW und SPD haben die drei Partner festgehalten: «Weitere Schwerpunkte für das Schließen von Wertschöpfungsketten im Bereich Tierhaltung sind die Unterstützung von Initiativen zur Milchverarbeitung und zur Wiederinwertsetzung der Thüringer Wolle, unter anderem durch eine Wollwaschanlage.»
Koalition will Waschanlage anschaffen
Die Thüringer BSW-Fraktion hatte die geplante Anschaffung der Anlage erst kürzlich bekräftigt. «Die Schafhaltung kann langfristig nur gesichert werden, wenn die Umweltleistungen kostendeckend honoriert werden und die Schafwolle zum positiven Betriebsergebnis beiträgt», sagte der BSW-Agrarpolitiker Frank Augsten laut einer Mitteilung seiner Fraktion.
Er wies darauf hin, dass die Schafbestände im Freistaat Jahr für Jahr zurückgingen, «weil die Kosten die Einnahmen zum Teil erheblich übersteigen». Auch Augsten machte auf die Kosten für die Schur aufmerksam bei gleichzeitig geringen Erlösen für den Verkauf der Wolle. Seinen Angaben zufolge liefen derzeit Vorbereitungen für den Bau einer Wollwaschanlage.