Nach den Pannen bei der Rettungsübung im Sandbergtunnel an der ICE-Trasse durch den Thüringer Wald streiten das Land und der Ilm-Kreis über die Verantwortung. Das Innenministerium wies die Vorwürfe von Landrätin Peter Enders zurück, die dem Land die Schuld an den Problemen gab. «Der Ilm-Kreis muss die Aufgaben von Rettungsdienst und Feuerwehr erfüllen, wie jeder andere Landkreis auch», erklärte Innenstaatssekretär Andreas Bausewein dazu.
Dazu gehöre auch, ein sogenanntes Alarmfax zu versenden. Leitstellen in ganz Deutschland würden beweisen, dass dieses Verfahren zuverlässig funktioniere, so Bausewein. Das Fax gelte als sicheres und weit verbreitetes Kommunikationsmittel und vermeide Schnittstellenprobleme weitgehend. Anders als früher werde es heute aber digital übermittelt. Unabhängig davon müsse eine Leitstelle bei Ausfall eines Kommunikationsweges auf alternative Möglichkeiten zurückgreifen können. Entscheidend sei, dass Menschen in Not schnellstmöglich Hilfe erhielten.
Die Landrätin hatte im «Freien Wort» ihre Kritik daran bekräftigt, dass Rettungsleitstellen noch immer nach Vorgaben des Ministeriums Notrufe per Fax an Krankenhäuser oder andere Leitstellen versenden. Laut der Landrätin hatte das Ministerium bereits vor drei Jahren nach einer ähnlichen Übung erhebliche Probleme mit dem System festgestellt und Änderungen angekündigt. Geändert habe sich seitdem jedoch nichts. Auch das Zusammenspiel zwischen Ministerium und Bahn monierte Enders.