«Im September oder Oktober ist das Geld alle. Wir haben nichts mehr zu verkaufen», schildert Axel Swoboda die dramatische Situation, in die die Frostnacht zum 23. April viele Thüringer Obstbaubetriebe gebracht hat. Noch nie in seiner etwa 40-jährigen Berufspraxis habe er so hohe Verluste durch Frost nach der Obstbaumblüte erlebt, sagte der Vorstand des Obstbaubetriebes in Kindelbrück (Kreis Sömmerda) und Vorsitzende der Thüringer Fachgruppe Obstbau am Mittwoch bei einer Art Krisentreffen in Gierstädt (Kreis Gotha). Von einem Jahrhundertereignis spricht Björn Kirchner, Vorstand der Absatzgenossenschaft Fahner Obst. Adressaten der Botschaften der beiden wohl größten Spezialbetriebe im Freistaat sind Ministerpräsident Bodo Ramelow und Agrarministerin Susanna Karawanskij (beide Linke). Es geht um Unterstützung vom Land.
«Ob das ausreicht, müssen wir 2025 sehen.»
Nachdem sich Karawanskij am vergangenen Freitag im Landtag noch nicht festgelegt hatte, nennt die Ministerin in Gierstädt, das von großen Obstbaumplantagen umgeben ist, eine Zahl: Zwei Millionen Euro könne sie aus ihrem Etat als Ad-hoc-Hilfe zur Verfügung stellen. Dafür werde eine Richtlinie für Soforthilfen aus dem Jahr 2020 reaktiviert. «Ich tue, was ich schnell bewegen kann», so die Ministerin. «Ob das ausreicht, müssen wir 2025 sehen.» Auch für das kommende Jahr sei Vorsorge zu treffen.