In Thüringen gibt es Sorge vor einem Mangel an Schornsteinfegermeistern. «Wir haben in den kommenden Jahren eine große Verrentungswelle und rechnen mit einem Wegfall von 30 bis 40 Prozent», sagte Justus Schrader vom Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger Mitte. Es fehle aber der Nachwuchs, um diesen starken Ausfall auszugleichen. In Thüringen sei die Meisterquote im Vergleich zu anderen Bundesländern extrem niedrig. Viele Schornsteinfeger wollten lieber als angestellte Gesellen arbeiten.
Ähnliches berichtete der Vorstand Aus- und Weiterbildung der Thüringer Schornsteinfegerinnung, Sebastian Schilling. «Wir kommen mit Lehrlingen und Gesellen gut hin. Aber es fehlen Gesellen, die sich selbstständig machen wollen.» Diese Bereitschaft nehme ab. Hintergrund sei auch, dass angestellte Schornsteinfeger vergleichsweise gut verdienten. Der Schritt auf die Meisterschule und dann in die Selbstständigkeit erscheine einigen vor diesem Hintergrund nicht so attraktiv, zumal dann viel Bürokratie anfalle.