Die Zahl der Thüringer, die auf unbezahlten Rechnungen sitzen und denen die Überschuldung droht, ist gestiegen. Tausende von ihnen holen sich Hilfe - vor allem bei den 24 staatliche geförderten Insolvenzberatungsstellen im Freistaat. Allein im vergangenen Jahr führten die Fachleute etwa 11.000 Beratungsgespräche mit Menschen in finanzieller Not - im Schnitt 460 pro Beratungsstelle, teilte das Thüringer Justiz- und Verbraucherschutzministerium auf Anfrage in Erfurt mit.
Offene Rechnungen von im Schnitt 57.000 Euro
Allerdings bestehen große regionale Unterschiede bei den Beratungsstellen, die in der Regel von Wohlfahrtsverbänden oder wie in Jena oder dem Landratsamt Schmalkalden-Meiningen von kommunalen Stellen betrieben werden. In einer Großstadt wie Erfurt gibt es etwa drei Beratungsstellen.
Bei Akutfällen werden nach Angaben von Fachleuten auch kurzfristige Notfalltermine vergeben, wenn das möglich ist. Bundesweit ist im Schnitt von einer Wartezeit von acht bis zwölf Wochen die Rede.
In Thüringen werde regelmäßig eine Schuldnerberatung der Verbraucherinsolvenzberatung vorangestellt. Die Finanzierung der Beratungsstellen sei im vergangenen Jahr überarbeitet, die Grundausstattung an Personal sei etwas erhöht worden.
Die schwache Konjunktur und der angespannte Arbeitsmarkt hinterlassen in Thüringen Spuren: Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im vergangenen Jahr nach Zahlen des Statistischem Landesamtes um sieben Prozent. Insgesamt wurden 1.530 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt. Im Schnitt standen Privatpersonen mit rund 57.000 Euro bei ihren Gläubigern in der Kreide. Zahlen für die Entwicklung in diesem Jahr liegen noch nicht vor.
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