Zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus haben sich Thüringer Politiker mahnend zu Wort gemeldet. Doch ausgerechnet in die Zeit des Erinnerns fällt möglicherweise die Wahl eines umstrittenen AfD-Kandidaten zum Vizepräsidenten des Landtags - der Landesverfassungsschutz stuft die Thüringer AfD als gesichert rechtsextrem ein.
Ministerpräsident Mario Voigt hob kurz vor dem 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz die Rolle Thüringens für den Schutz jüdischen Lebens hervor. «Thüringen trägt sowohl mit Orten wie Buchenwald als auch mit der Geschichte um "Topf und Söhne" eine besondere Verantwortung, die Erinnerung wachzuhalten», sagte der CDU-Politiker.
Das Unternehmen Topf & Söhne konstruierte die Verbrennungsöfen für das NS-Vernichtungslager Auschwitz. Am einstigen Firmensitz in Erfurt befindet sich eine Erinnerungsstätte. Ins KZ Buchenwald bei Weimar und seine Außenlager hatten die Nazis rund 280.000 Menschen aus ganz Europa verschleppt, 56.000 wurden ermordet oder starben etwa durch Zwangsarbeit.