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Fossillagerstätte Bromacker im Thüringer Wald vier Millionen Jahre älter datiert

Die Fossillagerstätte Bromacker konnte bei neuen Forschungen genauer datiert werden. (Archivbild) / Foto: Martin Schutt/dpa
Die Fossillagerstätte Bromacker konnte bei neuen Forschungen genauer datiert werden. (Archivbild) / Foto: Martin Schutt/dpa

Radiometrische Analyse einer vulkanischen Aschetuff-Schicht datiert Bromacker auf 294 statt 290 Mio. Jahre. Neudatierung verändert Verständnis früher Ökosysteme.

Die Fossillagerstätte Bromacker im Thüringer Wald ist vier Millionen Jahre älter als bisher gedacht. Das habe die Analyse einer nur wenige Millimeter dünnen vulkanischen Aschetuff-Schicht ergeben, die während einer Grabung im Jahr 2024 entdeckt wurde, teilte die Friedenstein Stiftung Gotha mit. Die Fossillagerstätte befindet sich zwischen Tambach-Dietharz und Georgenthal. 

Sie ist wegen des gemeinsamen Vorkommens von Wirbeltierfährten und deren Erzeugern in Form von Skeletten weltweit einzigartig. Bei dem fossil erhaltenen Ökosystem handelt es sich den Angaben zufolge um den frühesten Beleg für eine Nahrungspyramide mit wenigen Raubtieren an der Spitze, Pflanzen an der Basis und vielen Pflanzenfressern dazwischen. 

Für die Untersuchung seien quasi die inneren Uhren der Gesteine genutzt worden, die in bestimmten Mineralen eingebaut seien. Im konkreten Fall war es das Mineral Zirkon. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurden Zirkonkristalle aus der Gesteinsprobe extrahiert und an der TU Bergakademie Freiberg radiometrisch analysiert.

294 statt 290 Millionen Jahre alt 

Dabei sei klar geworden: «Die fossilführenden Gesteine des Bromackers sind 294 Millionen Jahre alt – und damit vier Millionen Jahre älter als bisher angenommen.» Die Neudatierung der Fossillagerstätte ist Teil einer vom Bund und dem Freistaat Thüringen geförderten Kooperation.

Die Neudatierung hat den Angaben zufolge Auswirkungen auf die Erforschung von Ökosystemen und Fossilien anderer Fossillagerstätten ähnlichen Alters, die sich wie der Bromacker auf dem Superkontinent Pangäa bildeten. Das Alter dieser Fossilien könne nun besser bestimmt werden.

Das neue Alter der Fossillagerstätte Bromacker hat zudem Einfluss auf das wissenschaftliche Verständnis von frühen Ökosystemen und Landwirbeltieren, wie es weiter hieß. 

«Die Ernährungspyramide, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich früher als bisher angenommen. Die Zeitspanne zwischen dem ersten Auftreten von Pflanzenfressern und der Entwicklung moderner Nahrungsnetzwerke war kürzer, was belegt, dass die Evolution der Bromacker-Lebewesen schneller vonstattenging als bisher gedacht.»

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