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Klassik Stiftung: Was für Besucher öffnet und was schließt

Die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar Ulrike Lorenz betonte, dass trotz der Schließung des Goethe-Wohnhauses für Besucher ab 2. November das Goethe-Nationalmuseum geöffnet bleibe. / Foto: Heiko Rebsch/dpa
Die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar Ulrike Lorenz betonte, dass trotz der Schließung des Goethe-Wohnhauses für Besucher ab 2. November das Goethe-Nationalmuseum geöffnet bleibe. / Foto: Heiko Rebsch/dpa

Die Klassik Stiftung schließt im Herbst das bedeutende Goethe-Wohnhaus. Warum die Stiftung trotzdem auf das Motto «Öffnen» im neuen Themenjahr setzt und Gäste nicht auf den Dichter verzichten müssen.

Zwei Jubiläen und Wiederöffnungen, aber auch ein Abschied auf Zeit für Besucher von einem bedeutenden Kulturort prägen das unter dem Motto «Öffnen» stehende Themenjahr der Klassik Stiftung Weimar. «Nach jahrelanger und streckenweise dramatischer und traumatischer Bauzeit steht die Öffnung des Ost-Flügels des Stadtschlosses bevor», kündigte Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz in Weimar an. 

Sie spielte damit auf die etwa durch Schwammfunde verkomplizierte Erneuerung des früheren Residenzschlosses der Herzöge und Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach an. Gefeiert wird die Eröffnung des Ost-Flügels vom 1. bis zum 4. Oktober. 

Das öffnet: Einblicke in das einstige Zentrum der Macht

Dort wird auch eine neue Dauerausstellung zur «Weimarer Klassik» zu sehen sein. Anhand digitaler Medienstationen und besonderer Ausstellungsstücke – darunter etwa der Thron des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach – werden die Epochen und Nutzungen des Schlosses als «Geflecht aus Macht, Kunst, Politik und Erinnerungskultur» verdeutlicht, wie es seitens der Stiftung heißt. 

Zuvor soll auch das Wittumspalais am 30. April nach einer umfangreichen Dachsanierung wieder eröffnet werden. In den barocken Stadtpalais lud Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach (1739 - 1807) einst zu ihren berühmten Abendgesellschaften ein. Dort wird in einer Sonderausstellung unter anderem ein besonderes Gemälde, das die Regierungsübergabe Anna Amalias an Sohn Carl August zeigt, zu sehen sein.

Jubiläumsjubel für das Welterbe

Grund zum Feiern bieten zwei Jubiläen: Die Stätten der bedeutenden Kunst- und Designschule Bauhaus in Weimar und Dessau wurden vor 30 Jahren in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen. Im Bauhaus-Museum Weimar werden aus diesem Anlass in der Ausstellung «Historie trifft Gegenwart» historische Bild-Postkarten von Bauhaus-Stätten mit aktuellen Fotoaufnahmen zusammengeführt. 

Vor 25 Jahren ernannte die Unesco Johann Wolfgang von Goethes (1749 - 1832) handschriftlichen Nachlass zum Weltdokumenterbe. Dafür zeigt eine Sonderschau im Goethe- und Schiller-Archiv Original-Handschriften von Goethe und anderen Zeitgenossen, um die «Die Entstehung der Marke "Goethe"» nachvollziehbar zu machen. Zu Lebzeiten achtete Goethe laut Stiftung sehr auf sein Image und verbrannte auch Papiere von sich, die er nicht der Welt präsentieren wollte. 

Das schließt: Sanierungsstart für Goethes Wohnhaus

Goethe wird gleichzeitig zu einem wunden Punkt für die Stiftung: Nach dem 1. November wird mit dem Goethe-Wohnhaus ein Besuchermagnet der Stiftung und eine wichtige Literaturstätte für eine umfassende Sanierung geschlossen. Lorenz zufolge sollen die Arbeiten nach bisheriger Planung bis Mitte 2029 abgeschlossen sein. Sie betonte, dass während der gesamten Sanierungszeit das Goethe-Nationalmusuem mit seiner Dauerausstellung geöffnet bleibe. Das Wohnhaus werde in einer digitalen Variante erlebbar sein. Auch sollen andere digitale Zugänge zu Goethe und seiner Zeit geschaffen werden.

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