Nach einem deutlichen Rückgang neuer Ausbildungsverträge in der ostdeutschen Chemieindustrie haben Arbeitgeber und Gewerkschaft eine gemeinsame Ausbildungsinitiative gestartet. Sie soll Unternehmen dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern.
Weniger Ausbildungsplätze besetzt
Nach Angaben des Arbeitgeberverbands Nordostchemie boten die Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr insgesamt 586 Ausbildungsplätze an – 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Besetzt wurden 531 Ausbildungsplätze, ein Rückgang von 30 Prozent gegenüber 2024.
Als Ursachen nennen Arbeitgeberverband und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage der Branche. Hohe Energie- und Produktionskosten, zunehmender internationaler Wettbewerb, ausbleibende Investitionen und Standortschließungen setzten viele Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig steige der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, weil in den kommenden Jahren zahlreiche erfahrene Beschäftigte in den Ruhestand gingen. «Die Ausbildungszahlen in unserer Region sind alarmierend», sagte IGBCE-Landesbezirksleiterin Stephanie Albrecht-Suliak.