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Thüringenkolleg Weimar soll geschlossen werden – Kritik auch aus CDU

Der Thüringer CDU-Abgeordnete Lennart Geibert ist gegen eine Schließung des Thüringenkollegs. (Archivbild) / Foto: Michael Reichel/dpa
Der Thüringer CDU-Abgeordnete Lennart Geibert ist gegen eine Schließung des Thüringenkollegs. (Archivbild) / Foto: Michael Reichel/dpa

Zu teuer, zu wenig Absolventen: Das Thüringenkolleg in Weimar, an dem Erwachsene das Abitur machen können, soll keine neuen Schüler aufnehmen. Kritik an der Entscheidung gibt es nun auch in der CDU.

Das geplante Aus für das Thüringenkolleg in Weimar trifft weiterhin auf Kritik - auch innerhalb der CDU. «Ich bin als lokaler Abgeordneter dagegen, weil ich glaube, dass wir schon eine Chance auch für den zweiten Bildungsweg brauchen und die letztlich mit dem Thüringenkolleg realisieren können», sagte CDU-Landtagsabgeordnete Lennart Geibert der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Er hofft, dass das Bildungsministerium einen Vorschlag auf den Tisch legt, wie es weitergehen kann. Es sei der falsche Ansatz, bei Bildung zu sparen.

Weg zum Abitur 

Am Thüringenkolleg können Erwachsene innerhalb von drei Jahren auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur ablegen. Das Thüringer Bildungsministerium hatte das Aus für die Einrichtung mit hohen Kosten bei zugleich eher niedrigen Absolventenzahlen begründet und darauf verwiesen, dass auch der Landesrechnungshof eine Schließung gefordert habe. 

Die jährlichen Kosten beliefen sich den Angaben nach auf rund eine Million Euro. Im vergangenen Schuljahr gab es 25 Absolventen. Die Pläne sehen vor, dass ab dem kommenden Schuljahr keine neuen Bewerber mehr aufgenommen werden. Alle bisherigen Schüler sollen aber noch planmäßig ihren Abschluss machen können.

Linke macht Druck auf Minister

Die Thüringer Linke-Bildungspolitikerin Ulrike Grosse-Röthig forderte Bildungsminister Christian Tischner (CDU) erneut auf, die Entscheidung zur Schließung zurückzunehmen. «Minister Tischner hat sich offensichtlich bei seiner Entscheidung, das Thüringenkolleg Weimar zu schließen, völlig verrannt. Die Chance, jungen Menschen auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur kostenlos und in Vollzeit zu ermöglichen, muss weiterhin vorhanden sein», teilte sie mit. Sie kündigte an, das Thema im Bildungsausschuss auf die Tagesordnung zu setzen. Die Linke ist in Thüringen in der Opposition.

Ein Sprecher des Bildungsministeriums wies darauf hin, dass die Schülerzahlen am Thüringenkolleg seit Jahren rückläufig seien. Zuletzt beliefen sie sich auf insgesamt 63. «Das Ministerium nimmt die Anliegen der Kollegiaten und der Stadt Weimar ernst. Ziel bleibt es, den zweiten Bildungsweg zum Abitur in Thüringen dauerhaft und tragfähig zu sichern», so der Sprecher. Er kündigte an, dass Bildungsminister Tischner dem Bildungsausschuss am Freitag einen Vorschlag für die künftige Struktur vorstellen werde.

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