Dienste wie das Freiwillige Soziale oder Ökologische Jahr (FSJ/FÖJ) sind in Thüringen gefragt. «Durchschnittlich kommen bei uns auf jede FSJ-Stelle drei Bewerber», fasst Norman Hahn von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) zusammen, die als Träger aktuell 112 FSJ-Plätze in ganz Thüringen anbietet. Auch dem Sozial- und Umweltministerium zufolge sind die Teilnehmerzahlen stabil, bisher sei etwa kein Einfluss der neuen Wehrdienstregelung feststellbar.
FSJler als wertvolle Unterstützung für Social Media
Vom freiwilligen Einsatz könnten beide Seiten profitieren, heißt es von mehreren Ansprechpartnern: sowohl die Einsatzstellen als auch die Freiwilligen selbst. «Für uns sind die jungen Menschen eine wertvolle Ergänzung in unserem Team», erklärt etwa Ulrike Nonn-Pfistner vom Stadtteilzentrum am Herrenberg in Erfurt.
Vor allem im Bereich Social Media oder in der Öffentlichkeitsarbeit brächten die Freiwilligen meist viel Expertise mit. «Wir würden es sehr begrüßen, wenn nicht nur Abiturienten dieses Angebot nutzen würden, sondern Jugendliche mit einem Realschulabschluss.» Diese nutzen das Angebot sehr selten.
Auch Niklas Metzner, der seit September in der FSJ-Stelle der Einrichtung arbeitet, äußert sich positiv: «Jeder Tag bringt etwas Neues, ich kann diese Erfahrung nur empfehlen.» Wie vielen anderen habe es auch ihm persönlich bei seiner Studienwahl geholfen.
«Prägende Erfahrung für viele»
Ganz grundsätzlich könne die Zeit «zwischen Schule und Beruf» eine wertvolle Weichenstellung für das spätere Berufsleben sein, sind sich alle Befragten einig. «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses Jahr eine prägende Erfahrung für viele junge Menschen ist», erklärt die Leiterin des Erinnerungsorts Topf & Söhne, Annegret Schüle. Mehrere ehemalige FSJler seien der Einrichtung treu geblieben und böten - oft neben dem Studium - Führungen an.
Zudem sehen die Verantwortlichen im großen Interesse am Freiwilligendienst ein gutes Argument gegen gängige Vorurteile: Viele junge Menschen wollten sich engagieren, so Hahn. Daher sei es wichtig, diese Angebote auch in Zukunft zu ermöglichen und attraktiv zu gestalten.