Geburtenschwache Jahrgänge bringen Kindergärten in Thüringen teils in Bedrängnis: Plätze bleiben frei, weniger Geld steht zur Verfügung. Nun wollen Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) und die Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD das Kindergartengesetz ändern und vor allem kleineren Einrichtungen finanziell stärker unter die Arme greifen. Die SPD sieht sich bestätigt - sie hatten ähnliche Vorschläge bereits im vergangenen Sommer vorgebracht. Doch es gibt noch mehr Ideen, wie den Kindergärten geholfen werden soll.
Bereits Ende 2024 habe ein «Wegsterben der Kindergartenstruktur» eingesetzt - eine Schließungswelle. Grund sei auch das System, nach dem die Finanzierung organisiert werde. «Die Landesmittel werden schon pro Kopf verschlüsselt an die Einrichtungen gegeben», erläutert Hey. Bedeutet: Hat eine Einrichtung weniger Kinder, bekommt sie weniger Geld.
Stehen damit kleinere Kitas vor dem Aus?
Das ist die Befürchtung vieler Bildungspolitiker, die deshalb gegensteuern wollen. «Ein Kindergarten ist tatsächlich so eine Art Anker in einem Ort», sagt Hey. Die Politik tue viel dafür, dass junge Menschen in den ländlichen Raum ziehen. Dafür spielten Kindergärten eine große Rolle. Wenn man weiter abwarte, würden weitere Kindergärten sterben.
Die Linke-Bildungspolitikerin Ulrike Grosse-Röthig sagte, ein Kindergarten sei ein «Ort des Lebens». «Ein Kindergarten ist mehr als eine Bildungsstätte, er ist ein ganz wichtiges Zentrum im Ort.»
Welche Hilfen plant die Brombeer-Koalition?
Pläne der Regierungskoalition sehen vor, kleineren Kindergärten einen Zuschlag zum Pro-Kopf-Beitrag zu gewähren. Hey spricht von einer «Veredelung». «Das soll die Träger davon abhalten, solche Schließungspläne weiter zu betreiben.» Als Vorbild nannte er Bayern, wo Einrichtungen als kleine Kindergärten gelten, die zwischen fünf und zehn Kinder haben. «Wir wollen diesen Schlüssel ansetzen bei allen Kindergärten, die unter 50 Kinder haben.»
Der BSW-Bildungspolitiker Dirk Hoffmeister sagte, damit könnten kleinere Kitas vielleicht noch eine Weile am Leben erhalten werden. Zugleich betonte er aber: «Trotz aller finanziellen Hilfen, die wir hier zur Verfügung stellen, werden wir die Schließung von Kindergärten nicht vermeiden können.» Er verwies darauf, dass die Geburtenraten bis 2030 weiter zurückgehen könnten. Es wäre unredlich, den Menschen zu suggerieren, dass jede Kita auch dauerhaft erhalten werden könnte. Schließe ein Träger eine Kita, sei das immer eine betriebswirtschaftliche Entscheidung des Trägers, so Hoffmeister.