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So hoch sind Personalausgaben am Thüringenkolleg pro Schüler

Der Thüringer Rechnungshof blickt in einem Prüfbericht kritisch auf das Thüringenkolleg in Weimar. (Symbolbild) / Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Der Thüringer Rechnungshof blickt in einem Prüfbericht kritisch auf das Thüringenkolleg in Weimar. (Symbolbild) / Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Schülerzahl ist niedrig, die Kosten sind manchen dagegen zu hoch: Der Landesrechnungshof hat genauer auf das Thüringenkolleg geschaut – und nun seinen Prüfbericht veröffentlicht.

Die Personalausgaben pro Schülerin oder Schüler am Thüringenkolleg sind nach Berechnungen des Landesrechnungshofs fast doppelt so hoch wie an allgemeinbildenden Schulen. Während die Ausgaben für Personal pro Kollegiat von 7.700 Euro im Schuljahr 2021/2022 auf 9.000 Euro im Schuljahr 2023/2024 gestiegen sind, sanken sie im gleichen Zeitraum an allgemeinbildenden Schulen von 5.600 Euro auf 4.200 Euro, wie aus einem Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofes hervorgeht.

Rechnungshof veröffentlicht Prüfbericht

Der Bericht ist aus dem Jahr 2025 – die Behörde hat ihn wegen der Debatte über eine Schließung des Thüringenkollegs in Weimar veröffentlicht.

Darin kommen die Prüfer zu dem Schluss: «Trotz einer komfortablen Stellenausstattung verzeichnet das Thüringenkolleg einen überdurchschnittlich hohen Unterrichtsausfall und kann mehr als ein Drittel der Fächer in den Qualifikationsphasen seiner gymnasialen Oberstufe nicht anbieten.»

Am Thüringenkolleg können Erwachsene innerhalb von drei Jahren auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur ablegen. Das Thüringer Bildungsministerium hatte das Aus für die Einrichtung mit hohen Kosten bei zugleich eher niedrigen Absolventenzahlen begründet. Die jährlichen Kosten beliefen sich den Angaben nach auf rund eine Million Euro. Im vergangenen Schuljahr gab es 25 Absolventen.

Geringe Schülerzahlen

Der Rechnungshof moniert an mehreren Stellen seines Prüfberichts die geringen Schülerzahlen. Demnach sei das Kolleg nur noch zur Hälfte ausgelastet. Zudem bezweifelt die Behörde, dass es die Einrichtung überhaupt braucht und forderte das Bildungsministerium zur Schließung des Thüringenkollegs auf. Auf die Einschätzung des Rechnungshofes stützte sich das Ministerium bei seinen Schließungsplänen auch zuletzt. Mehrere Landespolitikerinnen und -politiker sehen das aber kritisch.

Inzwischen hat Bildungsminister Christian Tischner (CDU) seine Pläne für eine neue Struktur im zweiten Bildungsweg konkretisiert. Demnach soll das Thüringenkolleg an berufliche Gymnasien angegliedert, als Einrichtung aber geschlossen werden. Im kommenden Schuljahr sollen letztmalig neue Kollegiaten aufgenommen werden. Alle Schülerinnen und Sch sollen noch planmäßig ihren Abschluss machen können.

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