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Thüringen beteiligt sich nicht an Länderprojekt „digitale Drehtür“ – setzt auf eigene Schulcloud

Thüringen beteiligt sich nicht an Länderprojekt „digitale Drehtür“ – setzt auf eigene Schulcloud
Beim Projekt «Digitale Drehtür» nehmen besonders leistungsstarke Schüler während des Schultags an digitalen Unterrichtseinheiten teil. / Foto: Soeren Stache/dpa
Von: DieThüringer News
Eine Mehrheit der Bundesländer in Deutschland fördert hochbegabte Kinder über eine «digitale Drehtür». Thüringen beteiligt sich nicht an dem Projekt. Was sind die Gründe?

Thüringen gehört zu den vier Bundesländern, die sich nicht an einem Projekt zur Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher beteiligen - der «digitalen Drehtür». Der Freistaat habe sich bisher unter anderem aus finanziellen und technischen Gründen nicht diesem Projekt angeschlossen, erklärte das Bildungsministerium auf eine Anfrage des BSW-Landtagsabgeordneten Dirk Hoffmeister. Der Grund: Der Freistaat wolle seine eigene Thüringer Schulcloud als zentralen Lernort für digitale Angebote etablieren. 

Ob sich Thüringen künftig an dem Länderprojekt «digitale Drehtür» beteiligen wird, ließ das Ministerium offen. Zunächst müssten die Punkte neu geprüft werden, die in der Vergangenheit zu der Entscheidung geführt haben, nicht mitzumachen, so das Ministerium. 

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Bildungsinitiative von zwölf Bundesländern 

Das Konzept der digitalen Drehtür ist als Unterstützung für besonders leistungsstarke Schüler gedacht. Die Grundidee: Weil hochbegabte Kinder im regulären Schulunterricht oft schnell unterfordert sind, verlassen sie bestimmte Schulstunden und nehmen in dieser Zeit über das Internet an Unterrichtsstunden teil, die ihrem Leistungsniveau entsprechen. Sie verlassen ihren Klassenverbund also wie durch eine Drehtür. 

Nachdem sie an den Spezialkursen teilgenommen haben, stehen sie aber nicht vor einer verschlossenen Tür, hinter der ihre Freunde warten. Sie kehren für andere Schulstunden in ihre Klassen zurück.

Dieses Konzept wird als eine gemeinsame Bildungsinitiative verwirklicht, an der sich inzwischen 12 der 16 Bundesländer beteiligen, darunter auch Thüringens Nachbarn Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen. «Die beteiligten Länder tragen nicht nur maßgeblich zur Finanzierung bei, sondern wirken aktiv an der Umsetzung des Angebots mit», heißt es auf der Webseite der Initiative. Bislang ist die Kooperation bis zum Jahr 2027 vereinbart. Entstanden war das Konzept Anfang der 2020er Jahre.

Thüringen setzte auf eigene Cloud

«Ein übergeordnetes Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Bildungsinitiative über das Jahr 2027 hinaus weiter fortzuführen und langfristig im Bildungssystem zu etablieren, wobei die Finanzierung perspektivisch vollständig durch die teilnehmenden Länder gesichert werden soll», schreibt die Initiative. Dazu werde auch ein Einstieg der noch fehlenden vier Bundesländer angestrebt, «um die Initiative bundesweit zu verankern.» Außer Thüringen fehlt zum Beispiel auch Bayern.

In seiner Antwort auf die Anfrage des BSW-Abgeordneten schreibt das Thüringer Bildungsministerium unter anderem, eine Beteiligung an der digitalen Drehtür würde zusätzliches Personal des Freistaats binden. Hinzu komme die Etablierung der eigenen Schulcloud. Beides stehe einer Beteiligung an dem Länderprojekt bislang entgegen. 

«Da die Schulcloud bereits eine technische Infrastruktur, Anmelde- und Supportstrukturen sowie eigene digitale Lernangebote bereitstellt, besteht die Gefahr von Doppelstrukturen und damit verbundenen Doppelfinanzierungen», schreibt das Ministerium in seiner Antwort.

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